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Paranüsse sichern Eigenständigkeit Im Süden des brasilianischen Bundesstaates Amazonas arbeitet ARA seit vielen Jahren mit den Tenharim- und Diahoi-Indianern zusammen. Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung der Ernte und Vermarktung von Paranüssen. Harte Arbeit im Regenwald Am frühen Morgen ist Sebastião Diahoi zusammen mit seinem Neffen aufgebrochen, um Paranüsse zu sammeln. Noch ist es frisch und die fünf Kilometer zum Sammellager sind schnell zurück gelegt. Danach sind es noch einmal sechs Kilometer zum Castanhal seiner Familie. Diese Ansammlungen der sonst nur vereinzelt im Regenwald zu findenden Paranuss-Bäume sind weit von den Dörfern entfernt. Jede Familie hat ihre eignen, und die traditionelle Nutzung wird von Generation zu Generation weitergegeben. Zum Beginn der Regenzeit, im Oktober und November, fallen die etwa handballgroßen Kapselfrüchte von den über 40 Meter hohen Bäumen. Weil es dort dann zu gefährlich ist, beginnt die Ernte erst im Dezember oder Januar. Vor Ort wird die harte äußere Schale aufgebrochen. Darin befinden sich zehn bis 30 Samen, die die eigentlichen Paranüsse enthalten. In Brasilien werden sie Castanha (Kastanie) genannt. In selbst gebauten Rucksäcken werden sie zu den Sammelstellen getragen. Dort werden sie auf Holzgestellen und unter Dächern aus Segeltuch oder Plastik getrocknet. Denn die Feuchtigkeit ist ein großes Problem. Liegen die ungeöffneten Kapseln zu lange auf dem Waldboden oder werden die Nüsse nicht sachgerecht gelagert, werden sie von Schimmelpilzen befallen. Die produzieren ein krebserregendes Gift: das Aflatoxin. Der in der EU gültige Grenzwert für den maximal zulässigen Anteil von Aflatoxinen in Paranüssen wurde im Jahr 2003 so weit herabgesetzt, dass der Handel fast zum Erliegen kam. Erste Erfolge Mit Spendengeldern und einer Förderung durch den Hand in Hand-Fonds der Deutschen Umwelthilfe und der Rapunzel Naturkost AG konnte die Arbeit deutlich erleichtert werden. Mit Motorsäge und Motorsense wurden die Wege zu den Sammelstellen verbreitert, so dass sie nun mit einem Handkarren befahren werden können. Andere Stellen können mit einem neuen Metallboot mit Außenbordmotor erreicht werden. Der Transport der Paranüsse in das Dorf Ju'i ist nun nicht mehr so mühsam wie früher. Dort können sie in einem neu errichteten Haus trocken gelagert werden. Gemeinsam organisieren die Familien der Diahoi auch die weitere Vermarktung der Nüsse. Hierbei erhalten sie Unterstützung von Beratern der Indianerbehörde FUNAI. Sie stellt ihnen einen einen Kleinlastwagen zur Verfügung, mit dem die Nüsse in den 120 Kilometer entfernten Ort Humaitá gebracht werden können. Dort werden sie an eine Firma verkauft, die die Nüsse knackt und unter Vakuum verschweißt. Im letzten Jahr wurden 1.500 Kanister Paranüsse geerntet. Bei einem durchschnittlichen Preis von acht Euro pro Kanister sind das etwa 1.000 Euro für jede der 12 Familien. Damit liefert die schonende Nutzung des Waldes einen wichtigen Anteil des Familieneinkommens.
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